SC Herzogenburg - SC Rabenstein 2:3 (1:1)

U 23: abgesagt

KM: Dietl; Fürst, Dubec, Steinwendtner, Leimhofer F., Leimhofer M., Vitek, Heiderer (69. Hartl), Ersoy; Weizmann, Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".

Die Vereinsleitung bedankt sich recht herzlich beim Lagerhaus Technik Center Herzogenburg für die Übernahme der Patronanz.


„Das Glück is a Vogerl!“ Dieses „fliegende Federvieh“ scheint momentan seine Kreise nicht über unserer Sparkassen-Arena zu ziehen. Eigentlich vollkommen unverständlich, besäße es doch - mit der Baumgruppe am östlichen Spielfeldrand - den idealen Blick auf das Geschehen am grünen Rasen, wenn es auf einem der komfortablen Äste Platz nehmen würde. So wie die menschlichen Zuschauer auf ihren Schalensitzen, von denen es des Öfteren am heutigen Nachmittag reißen sollte.

5. Minute: Die Gäste aus dem Pielachtal erarbeiten sich einen Freistoß am rechten Strafraumeck. Mit viel Effet segelt das Leder nicht nur an Freund und Feind, sondern auch am Gehäuse vorbei.

10. Minute: Nun wird auch die Offensiv-Sequenz unseres Teams regelwidrig beendet. Den „ruhenden Ball“ versieht Branislav Vitek mit viel Tempo. Der Kopf eines wagemutigen Verteidigers lenkt diesen über die Toroutlinie. Im Rahmen dieses Corners steigt Florian Heiderer am höchsten, setzt die Kugel jedoch über den Kasten.

12. Minute: Dieser Ballverlust im Mittelfeld tut weh! Der Spielverlagerung auf den rechten Flügel folgen zwei Haken des Außenbahnspielers gegen Florian Leimhofer, ehe der Rabensteiner in unseren Sechzehner eindringt und die Möglichkeit des scharfen Stanglpasses zieht. Am langen Pfosten steht sein Mannschaftskollege goldrichtig und schiebt zum 0:1 aus kurzer Distanz ein.

19. Minute: Michael Weizmann lässt das Leder zu Hakan Ersoy zirkulieren. Unsere Nummer 6 nimmt Tempo auf und sieht sich knapp vor dem Strafraum, als ihn der letzte Defensiv-Akteur mit einem reschen, aber wohl regelkonformen Tackling von den Beinen holt.

21. Minute: Nach einer Flanke wird ein missglückter Kopfball des Mittelstürmers zur Vorlage für seinen Kameraden auf der rechten Seite. Der fackelt nicht lange und schließt per Drehschuss ab. Die Kugel saust am rechten Kreuzeck vorbei.

28. Minute: Einem gewonnenen Zweikampf in der eigenen Hälfte folgt ein rasches Umschalten über Florian Heiderer, Norbert Jankto und Hakan Ersoy. Letzterer erfährt abermals den heftigen, nun aber regelwidrigen Kontakt eines Gegenspielers. Zum Freistoß knapp außerhalb des Sechzehners tritt er selbst an und befördert das Leder in die Mauer.

39. Minute: Als Rabenstein seinen Stürmer in die Tiefe schickt, verlässt Reinhard Dietl seinen „Arbeitsplatz“ und verkürzt den Winkel entsprechend gut, sodass er den Versuch abblocken kann. Die Situation ist jedoch noch nicht entschärft. Während des Zuspiels von links auf die Höhe des Strafraumhalbkreises hält die mitgereiste Anhängerschaft bereits den Atem an, um einen zweiten Treffer mit voller Lautstärke bejubeln zu können. Dieser sollte jedoch nicht fallen, setzt ihn der freistehende Schütze knapp neben die rechte Stange.

42. Minute: Eine Flanke der gegnerischen Mittelfeld-Abteilung verlängert Leonard Dubec unfreiwillig in den Lauf seines Kontrahenten. Dieser tankt sich bis in unseren Strafraum durch und legt das Leder am Elfmeterpunkt zurück. Abermals sind alle Augenpaare auf einen in grün gekleideten Sportskameraden gerichtet, welcher das Leder aufs Gehäuse drischt. Florian Leimhofer wirft sich in den Schuss und blockt über die Toroutlinie. Unsere Nummer 20 entschärft folglich ebenso den direkt getretenen Corner an der ersten Stange, ehe sich Reinhard Dietl bei einem Kopfball aus kurzer Distanz auszuzeichnen weiß.

46. Minute: In der Nachspielzeit schlägt Hakan Ersoy einen Ball auf Luftwege ins Zentrum. Zu hoch für Florian Heiderer, aber ideal für den linken Innenverteidiger der Gäste, welcher das Leder mutterseelenalleine nur „auszuputzen“ braucht, um seine Farben mit einer knappen Führung in die Kabinen zu schicken. Der Beweis zum oftmaligen Unterschied zwischen Theorie und Praxis wird hiermit erbracht, trifft er das Geschoss doch so unglücklich, so dass es zum 1:1-Ausgleich in die Maschen segelt.

Somit erstrahlt die Anzeigetafel in einem knallroten 1:1, während der Anhänger des runden Leders mit seinem Sitznachbarn auf der Tribüne – unter Einhaltung des Babyelefanten– über die Auswirkungen des späten Ausgleiches auf die zweite Halbzeit debattiert. Die Meinungen sind gespalten. Eins ist jedoch gewiss. Der letzte Treffer am heutigen Nachmittag sollte das Eigentor nicht sein.

48. Minute: Über Branislav Vitek und Norbert Jankto bahnt sich das Leder seinen Weg zu Michael Weizmann, dessen Abschluss vom Sechzehner gut angetragen ist, jedoch noch entscheidend von einem Verteidiger abgefälscht wird.

51. Minute: Unsere Elf dreht die Partie! Hakan Ersoy setzt konsequent und letztlich entscheidend am linken Strafraumeck nach und nimmt dem Rabensteiner die Kugel ab. Dieser kann nur noch tatenlos zusehen, als Norbert Janko die perfekte Vorlage für den heranbrausenden Branislav Vitek tätigt. Unsere Nummer 20 hämmert das Spielgerät aus 16 Metern flach ins linke Eck. Neuer Spielstand: 2:1.

55. Minute: Norbert Janktos halbhohe Flanke findet Michael Weizmann, welcher das Leder aus schwieriger Position neben den Kasten setzt.

56. Minute: Mit viel Tempo und Raum spurtet unsere Nummer 17 dem Rabensteiner Gehäuse entgegen. Dem Haken nach innen folgt ein zu zentraler Abschluss, den der Keeper im Nachfassen bändigt.

57. Minute: Einen Freistoß aus halbrechter Position zwirbelt Hakan Ersoy mit viel Effet auf den Kasten. Zart durch den Hinterkopf Leonard Dubec verlängert, segelt das Flugobjekt hauchdünn an der linken Stange vorbei.

59. Minute: Nach einem unterbundenen Angriff der Gäste schalten unsere Akteure schnell um. Dank eines herrlichen Diagonalpasses von Hakan Ersoy bekommt Michael Weizmann die Chance, den Strafraum im Laufschritt zu erreichen. Dort zögert er jedoch um den Tick zu lange und wird so von Keeper und Verteidiger erfolgreich am Abschluss gehindert.

62. Minute: Wiederum verliert unser Mittelfeld die Kugel zu leichtfertig. Dies nutzen die Pielachtaler für einen Pass auf den rechten Flügelflitzer, welcher den sich bietenden Raum nutzt und das Leder aus halbrechter Position im Strafraum und unter kräftiger Mithilfe der linken Innenstange zum 2:2 in die Maschen jagt. Die mitgereiste Anhängerschaft zeigt sich begeistert.

67. Minute: Knapp vor der Strafraumlinie schlägt Michael Weizmann den Haken nach innen, um sich in Schussposition zu bringen, doch wiederum verhindert der Köper eines Rabensteiners einen Treffer unserer Nummer 13. Auch Norbert Jankto hat nicht viel mehr Glück bei seinem „Abstauber“.

73. Minute: Ein Hauch von brasilianischem (Strand-)Fußball weht durch die nasskalte Sparkassen-Arena! Einer exakten Flanke von der rechten Seite folgt ein Seitfallzieher par excellence des völlig alleingelassenen Rabensteiners, der seine Anhängerschaft endgültig in eine frenetische Jubel-Ekstase versetzt, als das Runde im Eckigen einschlägt. So bewegt sich die Welt einige Sekunden fort, ehe alle Zuschauer die gehobene Fahne des Linienrichters registriert haben.

75. Minute: Ein hoher, weiter Ball - aus der eigenen Verteidigung nach vorne geschlagen -  birgt grundsätzlich keine Gefahr. Mit Ausnahme eines kommunikativen Missverständnisses beim gegnerischen Team. So leider in diesem Fall bei Reinhard Dietl und Benjamin Steinwendtner geschehen. Den suboptimalen Klärungsversuch unserer Nummer 5 per Kopf macht sie ein Rabensteiner Angreifer zunutze, der folglich das Leder kurz behauptet, ehe er seinen an der zweiten Stange postierten Kollegen erblickt und ihn mit einem scharfen Stanglpass von der Toroutlinie bedient. Dieser bedankt sich artig mit dem 2:3.

77. Minute: Leonard Dubec Versuch aus rund 20 Metern begräbt der Keeper unter sich.

83. Minute: Die kurze Variante wählen die Pielachtaler im Rahmen eines Eckstoßes. Reinhard Dietl faustet die anschließende Flanke sicher weg.

90. Minute: Wiederum findet Norbert Janktos Flanke Michael Weizmann, dessen Flugkopf zum Corner abgeblockt wird. Aus diesem entspringt die große Möglichkeit auf den „Lucky Punch“, doch Benjamin Steinwendtners Kopfball fischt der Keeper sensationell aus dem Eck.

Somit verliert unsere Mannschaft das heutige Bezirksderby mit 2:3.

Manuels Fazit: Ein Derby, welches die strengen Anforderungen und Ansprüche der Fans  zur vollsten Zufriedenheit erfüllte. Viel Tempo, resche Zweikämpfe, gesunde Portion an Emotionen, viele Strafraumszenen und sehenswerte bzw. kuriose Treffer. Weniger glücklich bilanziert man durch die blau-weiße Brille. In einigen Spielsituationen war uns Fortuna beim entscheidenden letzten Pass oder Abschluss nicht hold. So hat man  die „Oberluft“ nach dem Führungstreffer nicht nutzen können, um die Partie mit einem dritten Treffer endgültig zu entscheiden. Stattdessen fabrizierte unsere Elf zwei kapitale „Böcke“ und steht am Ende mit leeren Händen und ohne Punkte da. Dennoch ist eines gewiss: Mit viel Einsatz, Mut, Kampf und Leidenschaft wird sich unser Team das Spielglück wieder „erarbeiten“ und das „Vogerl“ zurück in unsere Sparkassen-Arena lotsen!




von Manuel Figl, 17.10.2020