SC Herzogenburg - SV Haitzendorf 0:4 (0:0)

U 23: 1:6 (0:2) Tor: Akdemir N.

Nach dem raschen Führungstreffer verbuchte die U 23-Mannschaft der Kamptaler die Spielanteile zu ihren Gunsten. Mehrere Möglichkeiten blieben jedoch ungenutzt, sodass sich diese Fahrlässigkeit beinahe in Minute 33 gerächt hätte, als Nufel Akdemir das Leder hauchzart an der linken Stange vorbeisetzte. Wenige Augenblicke später erhöhten die Gäste per Elfmeter auf 0:2. Nach dem Seitenwechsel verkürzte unsere U 23 in Person von Nufel Akdemir auf 1:3, konnte jedoch keine entscheidende Wende herbeiführen. So zeichnete sich unser Keeper Moritz Pauser mehrere Male aus und verhinderte eine höhere Niederlage unserer Farben.

KM: Dietl; Fürst (66. Weixlbaum), Leimhofer M., Leimhofer F., Harauer; Vitek, Ersoy, Heiderer, Isik S (64. Akdemir B.).; Jankto, Weizmann

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".

Die Vereinsleitung bedankt sich recht herzlich bei Admiral Sportwetten für die Übernahme der Patronanz.


Unsere Sparkassen-Arena kann sich mit den ganz großen Stadien dieser Welt messen. Zumindest in puncto Sitzplatzordnung, erhält doch jeder Zuschauer seinen eigenen, nummerierten Schalensitz, um ein spannendes Fußballderby bei Kaiserwetter zu erleben und das Corona-Virus samt seiner Vielzahl an Auswirkungen- für zumindest 90 Minuten – aus seinen Gedankengängen zu verdrängen.

3. Minute: Florian Heiderer zündet erstmals den Turbo auf seiner Außenbahn und dringt in den Strafraum ein. Der anschließende Querpass ins Zentrum wird über die Toroutlinie geklärt. Florian Leimhofer tritt zum Eckball an und zirkelt die Kugel ins Zentrum. Um die berühmten Zentimeter zu hoch für Samet Isiks Stirn, verlässt das Leder das markierte Spielfeld über den „Seitenausgang“.

7. Minute: Erstmals lassen die Haitzendorfer ihre Offensiv-Qualitäten aufblitzen. Nach einigen Stationen landet das Leder vor den Füßen des Stürmers, welcher es bereits an Reinhard Dietl vorbei befördert hat, als ein jäher Pfiff samt gehobener Fahne des Linienrichters seine strafbare Abseitsposition signalisiert.

8. Minute: Norbert Jankto schickt Michael Weizmann in die Gasse. Unsere Nummer 13 gewinnt das Laufduell gegen seinen Bewacher, um das Leder anschließend auf flachem Wege knapp neben die linke Stange zu setzen.

10. Minute: Im Zuge eines Corners positioniert sich ein Kamptaler völlig unbemerkt am langen Pfosten. Ideal serviert zieht er sofort ab und muss neidlos anerkennen, dass Reinhard Dietls blitzartige Reaktion einen Treffer seiner Person verhindern sollte.

14. Minute: Abermals lässt unser Kapitän den Torjubel der mitgereisten Anhängerschaft zu Staub zerfallen. Nach eleganter Brustannahme entschärft er den strammen Drehschuss aus rund 5 Metern mit seinem rechten Bein.

22. Minute: Auf Höhe der eigenen Betreuerbank bekommen die Gäste einen Freistoß zugesprochen. Der daraus resultierende Kopfball drückt zuerst die Grashalme nieder, ehe er sich über die Querlatte ins Fangnetz verabschiedet.

26. Minute: Florian Heiderers Flanke entschärft der Haitzendorfer Kapitän vor unserem einschussbereiten Michael Weizmann.

33. Minute: Einen weiten hohen Ball aus der eigenen Hälfte kann sich Haitzendorfs Angreifer elegant in seinen Lauf mitnehmen. Weniger zum „Zunge schnalzen“ fällt sein Abschluss, der doch deutlich über die horizontale Verstrebung unseres Gehäuses segelt, aus.

35. Minute: Mit einer Portion an gesunder Aggressivität erobert ein in neonorange gekleideter Sportskamerad das Spielgerät in unserem Sechzehner zurück. Von Höhe der Toroutlinie will er seinen besser postierten Kollegen bedienen, doch Reinhard Dietls Hände machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

39. Minute: Weitaus Ärgerlicheres widerfährt den Kamptalern in diesen Augenblicken. Nach einer am kurzen Pfosten abgefälschten Hereingabe und der Abwehr unseres Kapitäns befördert ein Gegner das Leder aus kurzer Distanz in Richtung unseres Kastens. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte nicht einmal eine orkanartige Windböe den Ball am Überschreiten der Torlinie gehindert. Da aber der – auf dem weißen Kreidestrich positionierte – Sportskamerad seinem Kollegen den Torerfolg unbedingt „wegnehmen“ wollte und seinen Fuß hinhielt, schnellt das Arbeitsgerät des Linienrichters folgerichtig in die Höhe. Bitter!

41. Minute: Nach einem reschen Zweikampf im Mittelkreis lassen die Haitzendorfer den Ball rasch in die Spitze zirkulieren. Mit einer bärenstarken Parade bringt Reinhard Dietl den Stürmer im „Eins-Gegen-Eins“ zur Verzweiflung.

Mit einem raschen Blick auf die Zwischenergebnisse der anderen Partien erfährt man, dass lediglich unser 0:0 die einzige Pausen-Nullnummer am heutigen Sonntag darstellt. Bleiben sollte sie es jedoch (leider) bis zum Schlusspfiff nicht.

46. Minute: Nach einem leichtfertigen Ballverlust schlenzt ein Haitzendorfer das Geschoss am rechten Kreuzeck vorbei.

47. Minute: Von der Cornerfahne segelt das Leder in die Nähe des Elfmeterpunktes, wo es ein Kamptaler zuerst per Brust unter Kontrolle bringt, um es danach direkt per Vollspann zum vermeintlichen Führungstreffer in die Maschen zu jagen. Unter Protest des Haitzendorfer Kapitäns entscheidet der Schiedsrichter allerdings auf ein strafbares Handspiel im Zuge der Ballannahme.

53. Minute: Die Haitzendorfer bekommen einen Freistoß an unserer Strafraumgrenze zugesprochen. Der Schütze tritt an und zirkelt die Kugel über unsere Mauer. Reinhard Dietl lässt prallen und so verwertet ein Kamptaler den Abstauber im zweiten Ansatz zum 0:1.

59. Minute: Die Gäste erhöhen auf 0:2. Nach einem Corner nutzen sie das daraus resultierende Gestocher, um das Runde zum zweiten Mal am heutigen Nachmittag ins Eckige zu bugsieren.

67. Minute: Ein hoher Ball in seinen Lauf ermöglicht es dem rechten Flügel unseres Kontrahenten, seine Fähigkeiten zu präsentieren. Zuerst im Duell gegen Michael Leimhofer und danach im Zuge seines Abschlusses. Aus halbrechter Position in unserem Strafraum hämmert er die Kugel zum 0:3 unter die Querlatte und verzückt hiermit die mitgereiste Anhängerschaft.

73. Minute: Die ideale Spielverlagerung verschafft dem eben bejubelten Sportskameraden die Gelegenheit, den Doppelpack zu schnüren. Mit viel Tempo dringt er in unseren Sechzehner ein und zieht ab. Michael Leimhofer rettet knapp vor der Torlinie.

75. Minute: Nun mutiert Reinhard Dietl zum „Spielverderber“ und verhindert den zweiten Treffer des Herzogenburgers im Haitzendorfer Dress mit einer starken Abwehr. Vorgeschichte ähnlich jener vor rund 120 Sekunden. Lochpass durch die Schnittstelle unserer Verteidiger.

86. Minute: Abermals Handspiel in unserem Strafraum. Nach einem Freistoß von rechts berührt die Kugel jetzt allerdings den Arm eines Akteurs unseres Teams. Den flach und ins linke Tormanneck getretenen Elfmeter entschärft unser Kapitän sicher.

91. Minute: Das 0:4. Einem exakt getimten Lochpass folgt ein überlegter Abschluss des Stürmers im direkten Duell mit Reinhard Dietl. Als weitaus weniger raffiniert entpuppt sich sein Torjubel. In Anlehnung an die beiden aberkannten Treffer deutet er dem Linienrichter, seine Fahne zu heben. Völlig zurecht wird er folglich des Spielfeldes verwiesen.

Wenige Augenblicke später ertönt der Schlusspfiff. Unsere Elf verliert das heutige Derby mit 0:4.

Manuels Fazit: Auf der Papier-Vorderseite ein glasklares Ergebnis und ein verdienter Erfolg des Favoriten. Wendet man das Blatt, leuchten einem die Worte „Motivation“, „Leidenschaft“, „Wille“ und „Kampf“ entgegen. Buchstaben-Kombinationen, welche die sogenannten „Grundtugenden“ des Fußballes bilden und somit von jedem Kicker in jedem Match über 90 Minuten gelebt werden sollen/müssen. Nur mit dieser Einstellung lassen sich grandiose Erfolge erarbeiten und feiern und werden Favoriten nicht nur am Papier, sondern auch auf dem grünen Rasen zu Fall gebracht!




von Manuel Figl, 05.10.2020