SC Herzogenburg - SC Wieselburg 1:5 (0:3)

U 23: 4:4 (1:3) Tore: 3x Hofbauer, Brcak

Chancenreich beginnt die Partie der U 23-Teams. Während unser Keeper Moritz Pauser zwei Mal stark pariert, muss sich Hakan Ersoy dem gegnerischen Schlussmann im direkten Duell geschlagen geben. Nach hohem Laufpass trifft der - aus Abseitsposition gestartete - Akteur zuerst die Stange, ehe sein Kollege zum 0:1 abstaubt. Die Gäste erhöhen wenig später, ehe Bernhard Hofbauer den 1:2-Anschlusstreffer mittels Drehschuss markiert. In Minute 43 stellen die Gäste den Zwei Tore-Vorsprung durch einen Abschluss ins linke Kreuzeck wieder her. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel verkürzt Bernhard Hofbauer per Kopf auf 2:3. Im Laufe der nächsten Minuten lässt unser Team 3 gute Einschussmöglichkeiten aus, ehe einer unserer Verteidiger wegen eines Torraubs frühzeitig unter die Dusche geschickt wird. Den Freistoß verwerten die Wieselburger zu ihrem vierten Treffer. Angesichts des Vorsprungs und einer zweiten roten Karte sehen die Gäste wie der "sichere Sieger" aus, doch unsere Burschen geben nicht auf und zeigen weiterhin vollsten Einsatz. Belohnt wird dies zunächst mit einem Volley-Treffer Andrej Brcaks, ehe abermals Bernhard Hofbauer per Kopf in Minute 90 für das vielumjubelte 4:4 sorgt. Bravo, Burschen!

KM: Dietl; Mühlbacher, Steinwendtner, Lacic; Menhart, Leimhofer (54. Brcak), Hartl (12. Fürst F.), Heiderer (66. Ersoy), Pikulik; Pejic, Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".


Die Farbe des Trikots dient bekanntlich zur Identifikation und (besseren) Unterscheidung der beiden Teams für das Schiedsrichter-Gespann. Ultramarinblaue und schwarze Pigmente stellen hierbei nicht die beste Variante zur sicheren Differenzierung der beiden Seiten dar. Somit werden die Gäste vor Anpfiff „gezwungen“, die „Wäsch´“ ihrer Kollegen der U 23 überzustreifen. Den Fasern dieser Textilien scheint der „Torhunger“ noch nicht zur Gänze entwichen zu sein, starten die Braustädter doch fulminant in diese Begegnung.

2. Minute: Die Gäste schlagen ihre erste gefährliche Flanke in den Strafraum. Gegen die Laufrichtung Reinhard Dietls setzt der Angreifer den Kopfball, doch unser Kapitän kann seinen linken Arm noch in die Höhe reißen und den frühen Gegentreffer mit einem blitzartigen Reflex verhindern.

4. Minute: Ein hoher Ball wird per Hinterkopf in den Lauf eines Erlauftalers verlängert. Dieser schließt ohne Umwege von der Strafraumgrenze ab und zwingt Reinhard Dietl zu einer erneut starken Parade. Kurz darauf rauscht das Leder aus ähnlicher Position am linken Pfosten unseres Gehäuses vorbei.

10. Minute: Leichtfertig verliert unsere Elf die Kugel an der eigenen Cornerfahne. Momente später bekommen die Zuseher eine Flanke geboten, welche haargenau auf der Stirn eines Wieselburgers landet. Dieser lässt die mitgereisten Fans mittels platzierten Kopfballs über das 0:1 jubeln.

11. Minute: Direkt nach dem Anstoß erobern die Gäste das Leder und bedienen ihren Stoßstürmer. Dieser setzt noch einen Haken, ehe er das Runde flach aus ca. 11 Metern rechts neben das Eckige setzt. Das Publikum reibt sich verwundert die Augen.

14. Minute: Wiederum ein viel zu einfacher Ballverlust. Eine daraus resultierende Überzahlsituation können die Wieselburger nicht nutzen, da Markus Mühlbacher einen vielversprechenden Pass auf den linken Flügel entschärft.

16. Minute: Norbert Jankto zieht aus der Distanz ab. Leicht abgefälscht springt das Leder am nass-kalten Terrain auf, ehe es sein Ziel in den wohlig-warmen Handflächen des Keepers findet.

20. Minute: Man kann es sich fast denken. Ein verlorener Zweikampf führt zum nächsten gefährlichen Vorstoß unseres Gegners, dessen Ende ein flacher Abschluss bildet, welchen Reinhard Dietl mit seinem rechten Fuß pariert.

24. Minute: Nach einem Einwurf in unseren Sechzehner schallen vehemente Elfmeter-Reklamationen der erbosten Anhängerschaft durch die Sparkassen-Arena, während Ivan Pikulik im direkten Gegenzug am linken Strafraumeck zu Fall gebracht wird. Benjamin Steinwendtner zirkelt den Freistoß knapp an der Stange vorbei.

28. Minute: Die Gäste wählen die kurze Eckball-Variante. Diese entpuppt sich als brandgefährlich, wird doch eine Flanke vom langen Pfosten zurück ins Zentrum geköpft, wo das Spielgerät noch Aluminium berührt, ehe es Sportskamerad aus dem Erlauftal aus kurzer Distanz über die Linie drückt. Zum Unmut unseres Gegners hebt der Linienrichter seine Fahne.

30. Minute: Spätestens jetzt ist der Ärger über den nicht gegebenen Abseitstreffer verflogen. Abermals eröffnet ein Ballverlust den Wieselburgern die Möglichkeit, schnell umzuschalten. Der linke Außenspieler dringt in unseren Strafraum ab. Beim ersten Versuch kann Reinhard Dietl noch gut parieren, während er beim „Abstauber“ ohne jegliche Abwehrchance bleibt und so dem Akteur nur noch nachsehen kann, wie dieser das Leder aus spitzem Winkel zum 0:2 in die Maschen jagt.

36. Minute: Auf die Gefahr der Wiederholung hin wird wiederum der Begriff des leichtfertigen Verlustes des Spielgeräts verwendet. Über 2 Stationen zirkuliert das Runde in unseren Sechzehner. Reinhard Dietl pariert im folgenden „Eins-Gegen-Eins“ mit seiner Brust. Der Heber danach landet im Fangnetz.

39. Minute: Michael Menhart zieht aus ca. 25 Metern ab. Der Schlussmann bändigt das Geschoss sicher.

42. Minute: Das erinnert an die spanische Nationalmannschaft in ihrer Hochkonjunktur. Flüssig, rasch und zielstrebig kombinieren sich die Wieselburger in unseren Strafraum. Diese wunderbare Kombination schließt der Angreifer mit einem platzierten, halbhohen Schuss zum 0:3 ins rechte Eck ab.

Beim Halbzeitstand von 0:3 muss man sich als blau weißer-Anhänger mehrmals „zwicken“, um zu realisieren, dass roten Zahlen auf der Anzeigetafel kein „Traum“ sind.

46. Minute: Benjamin Steinwendtner schlägt einen langen Ball auf Michael Menhart. Dieser verfehlt das Leder hauchzart, irritiert den herausgeeilten Keeper jedoch dermaßen, dass dieser am Flugobjekt vorbeisegelt. Dieser „Bock“ zieht keine Folgen nach sich.

55. Minute: Eine Flanke fängt Reinhard Dietl. Ein schneller Auswurf ermöglicht unserer Elf den direkten Gegenzug. Über Fabian Fürst und Ivan Pikulik zirkuliert das Leder zu Miso Pejic, der es aus halblinker Position im Strafraum am kurzen Kreuzeck vorbeijagt.

61. Minute: Die Gäste bekommen einen Freistoß auf Höhe des rechten Sechzehner-Ecks zugesprochen. Diesen zirkelt der Schütze nicht gefühlvoll ins Zentrum, sondern zimmert den Ball aufs Gehäuse. Reinhard Dietl ist hellwach und verhindert einen weiteren Gegentreffer mit seiner rechten Handinnenfläche.

64. Minute: Wiederum viel zu einfach und ohne die notwendige Gegenwehr unserer Defensivreihe kombinieren sich die Braustädter in unsere „Box“. In Person des rechten Flügelflitzers, welcher das Leder im Rutschen in den linken Winkel versenkt, stellen die Gäste auf 0:4.

67. Minute: Hohes Zuspiel von Denis Lacic über das Mittelfeld auf Norbert Jankto. Unser Stürmer setzt noch einen Haken, ehe er das Leder halbhoch von der Strafraumgrenze im rechten Eck versenkt. Neuer Spielstand: 1:4.

69. Minute: Einem Corner Ivan Pikuliks folgt ein Kopfball Denis Lacic´, der über die Querlatte streicht.

73. Minute: Ebenso nicht im Netz zappelt ein Geschoss der Gäste aus dem Rückraum. Hierfür verantwortlich zeichnet sich Reinhard Dietl, der das Flugobjekt stark über die horizontale Verstrebung der Aluminiumkonstruktion lenkt.

81. Minute: Hakan Ersoy schickt Norbert Jankto in den Strafraum. Unsere Nummer 9 wird hierbei „klassisch“ am Leiberl zurückgezogen, doch der Schiedsrichter verwehrt unserem Team einen Elfmeter.

92. Minute: Die Wieselburger setzen den Schlusspunkt zum 1:5. Einer Ecke folgt ein Kopfball an die Querlatte, ehe der Abstauber per Kopf aus kurzer Distanz seinen Weg über den weißen Kreidestrich findet.

Manuels Fazit: Die Wunden des eben verheilten blau weißen-Herzens wurden wieder brutalst aufgerissen. Unnötige, viel zu einfach und teils horrende Fehlpässe auf engstem Raum raubten unseren Akteuren das Selbstvertrauen und brachten unsere Defensive nicht nur einmal in die Bredouille. Einzig Reinhard Dietl kann unsere Farben vor einer höheren Niederlage bewahren. Auch in Belangen der Leidenschaft und des Einsatzes war unser Gegner um mindestens eine Ebene impulsiver. Folglich hatten unsere Burschen zumeist das Nachsehen in den Zweikämpfen und brachten ihre kreatives Konzept in der Offensive nicht auf den grünen Rasen. Alles in allem ein rabenschwarzer Auftritt an einem nebelverhangenen, trostlosen Samstag-Nachmittag.




von Manuel Figl, 19.10.2019