SC Herzogenburg - SC Melk 1:1 (0:1)

U 23: 3:2 (0:0) Tore: 2x Eryilmaz, Hosseini

Wer nach Melks Stangenschuss in Minute 4 ein Offensiv-Feuerwerk beider U 23-Mannschaften erhoffte, wurde (vorerst) bitterlich enttäuscht. Es entwickelte sich ein zerfahrenes Match mit kaum nennenswerten Einschussmöglichkeiten. Während sich Moritz Pauser bei zwei Distanzschüssen auszeichnen konnte, stellte Bilal Akdemirs "Mischung" aus Schuss und Flanke Melks Keeper beinahe vor größere Probleme. Diese sollte er seinen Vorderleuten wenige Momente später aufbürgen, als er völlig planlos aus seinem Gehäuse läuft, Samuel Ziselsberger niedersäbelt und korrekterweise frühzeitig unter die Dusche geschickt wurde. Viele Emotionen sollte auch der zweite Abschnitt bringen. Der Lupfer des Keepers zu seinem Mitspieler und dessen Kopfball zurück in die Hände der Nummer 1 sind seit rund 3 Wochen verboten. Unter Protesten der Melker Spieler und Betreuer verwandelt Ömer Eryilmaz den indirekten Freistoß zur Führung. Der linke Flügel von Melks U 23 ließ sich  von diesem Verlusttreffer nicht aus der Bahn werfen und besorgte prompt das 1:1. Weniger gefestigt wirkte einer seiner Verteidigerkollegen, der seine emotionale Disbalance mit nicht druckreifen Worten in Richtung des Spielfeldrandes auszugleichen versuchte, anstatt sich auf seine Kernaufgaben zu konzentrieren. Sonst hätte er nämlich den Lochpass samt 2:1 durch Ahmad Hosseini leicht zu verhindern gewusst. Auch ein Elfmeter in Minute 86 verhilft den Wachauern zu keinem Punktgewinn, zimmert doch Ömer Eryilmaz einen Freistoß in der letzten Minuten der regulären Spielzeit zum vielumjubelten 3:2 in die Maschen. Bravo, Burschen!

KM: Dietl; Fürst F., Steinwendtner, Lacic; Leimhofer, Brcak, Heiderer, Ersoy, Pikulik; Hartl, Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".

Alles Gute und baldige Genesung wünschen wir unserem rechten Außenverteidiger Markus Mühlbacher, der das Abschlusstraining verletzungsbedingt abbrechen musste.

Die Vereinsleitung bedankt sich für die Übernahme der Matchballspende bei unserem Ehrenpräsidenten Herbert Steininger sowie für die Übernahme der Patronanz bei unserem Neo-Präsidenten Bürgermeister Mag. Christoph Artner, der den Ankick gemeinsam mit seiner Tochter vornahm.


Besonders der Wettergott scheint auf den Auftakt der neuen Saison der 2. Landesliga West zu „brennen“. Anders lassen sich strahlender Sonnenschein und spätsommerliche Temperaturen kaum erklären. Während der Fan des runden Leders das Geschehen mit Argusaugen vom schattigen „Platzerl“ beobachtet und dabei sein eiskaltes Erfrischungsgetränk schlürft, absolvieren die Akteure „seiner“ Mannschaft ihre Sprints und Laufwege keuchend auf grünen Rasen. Erst in den sogenannten Trinkpausen dürfen dem Körper größere Mengen an Flüssigkeit zugeführt werden. Weshalb sich diese rund ein minütige Unterbrechung in den heutigen Vorspann verirrt hat, lösen wir später auf.

4. Minute: Ein gewonnener Pressball an unserer Strafraumgrenze versetzt die mitgereiste Anhängerschaft erstmals in Verzückung. Das nicht exakte Zuspiel ins Zentrum und der Abschluss samt Abseitsposition lassen die aufkommende Euphorie rasch wieder verebben.

7. Minute: Norbert Janktos Stanglpass wird über die Toroutlinie bugsiert. Die folgende Cornerserie mit insgesamt 3 Stück mündet in einer Abwehrtat eines Verteidigers, welcher das Leder vor dem einschussbereiten Andrej Brcak wegköpft.

14. Minute: Der Wachauer Keeper wirft all seine Kraft in einen Abschlag aus dem eigenen Sechzehnmeter-Raum. Dieser berührt einmal den Boden, ehe er über Freund und Feind hinweg in Reinhard Dietls Arme segelt.

20. Minute: Mit einem Drehschuss aus rund 20 Metern prüft Norbert Jankto die Aufmerksamkeit des Melker Schlussmannes. Dieser besteht mit Auszeichnung.

21. Minute: Ein nicht geahndetes Foul an Florian Heiderer sorgt für kurzzeitige Verwirrung, welche sich die Gäste zunutze machen wollen. Die flache Hereingabe von der linken Cornerfahne landet im Rückraum der zweiten Stange, wo ein Sportskamerad den sofortigen Abschluss anpeilt. Hakan Ersoys Hüfte verhindert den Torschrei unseres Gegners.

23. Minute: Höheres Tempo als sein Kontrahent ist der logische Schlüssel zum Erfolg während eines Laufduells. So auch hier, als der Wachauer um den Tick spritziger ist und somit die Kugel auf seinen im Zentrum lauernden Kollegen weiterleiten kann. Mit einer guten Rettungstat verhindert Fabian Fürst die Ankunft des Balles beim Empfänger.

32. Minute: Ein Ballverlust in der Vorwärtsbewegung wird unserer Elf beinahe zum Verhängnis. Der Angreifer schnappt sich das Spielgerät und bedient seinen Kollegen auf dem Luftweg. „Ruhm und Glanz“ sind dessen Träume, anders lässt sich sein überhasteter Volley-Abschluss nicht erklären, zumal er ausreichend Raum und Zeit für eine Annahme samt nicht so spektakulärem Ende vorgefunden hat. Dem Fan unsers Teams ist´s eigentlich vollkommen „wurscht“. Hauptsache, daneben!

35. Minute: Reinhard Dietl pariert ein Geschoss und leitet den raschen Gegenzug ein. Norbert Jankto zündet den Turbo, dringt rechts in den Strafraum ein und jagt das Leder an die Querlatte.

39. Minute: Mit der Ferse fängt Florian Heiderer einen Querpass ab. Über Ivan Pikulik zirkuliert die Kugel zu Raffael Hartl, dessen Schuss von der Sechzehner-Linie knapp an der linken Stange vorbeirauscht.

41. Minute: Nun endet ein Ballverlust mit dem frenetischen Jubel der Melker. Mit einem tiefen Pass durch die Schnittstelle wird dem rechten Flügel der „Stangler“ ins Zentrum ermöglicht. Dieser nimmt das Angebot dankend an, serviert die Kugel mustergültig, sodass der Stürmer im Zentrum das Runde nur noch aus kurzer Distanz zum 0:1 im Eckigen versenken braucht.

Beim Halbzeitstand von 0:1 frönen sich einige Zuschauer am einmalig köstlichen Geschmack unserer Grillhühner. Noch sind nicht alle Beine abgenagt, wird ein Melker seines Gleichgewichts beraubt.

51. Minute: Nach Ansätzen eines sensationellen Dribblings wird ein Wachauer unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Gut für ihn, dass es der Schiedsrichter als regelwidriges Vergehen ahndet, und noch besser, dass sich der Ort innerhalb unseres Strafraum befindet. „Schau, wie viel Anlauf der sich nimmt. Der haut den Elfer sicher drüber!“ Ganz so falsch sollte einer unser Anhänger auf der Tribüne mit seiner Vermutung gar nicht liegen, wenngleich der Schütze die Kugel nicht über, sondern an die aus seiner Sicht rechte Stange zimmert.

56. Minute: Nun erzittert die vertikale Verstrebung der Aluminiumkonstruktion. Und zwar nach einem abgefälschten Stanglpass. Das eigentliche „Gusto-Stückerl“ folgt erst. Ein Melker will elegant abstauben, bringt den Ball allerdings aus 1(!) Meter nicht im Gehäuse unter.

57. Minute: Ähnliche Vorgeschichte wie eben. Jetzt steht der Torschütze des bis dato einzigen Treffers allein vor Reinhard Dietl. Unser Keeper verkürzt den Winkel hervorragend und lenkt die Kugel über die Querlatte. Der anschließende Corner samt Kopfball stellen keine Gefahr mehr dar.

62. Minute: Aus der Distanz wollen sie unseren Kapitän bezwingen. Die Umsetzung dieses Plans ist eigentlich gar keine so schlechte, doch unsere Nummer 1 befindet sich in bestechender Verfassung und entschärft auch dieses Geschoss.

Und dann folgt die ominöse Trinkpause. 60 Sekunden, welche den Verlauf der Partie so richtig auf den Kopf stellen sollten. Reichhaltiger Flüssigkeitsnachschub belebt Körper und (Offensiv-)Geist unserer Elf.

69. Minute: Norbert Jankto dringt schnellen Schrittes in den Sechzehner ein. Seine Quervorlage landet bei Raffael Hartl, dessen Schuss soeben noch geblockt werden kann. Die anschließende Ecke entschärfen die Melker mit Müh und Not.

74. Minute: Trotz der mittlerweile großen Hitze und der fortgeschrittenen Spieldauer zeigt Florian Heiderer ein herrliches Solo. Über das halbe Feld schüttelt er seine Verfolger mühelos ab, ehe seinen Stanglpass einer der beiden Innenverteidiger über die Toroutlinie blocken kann.

89. Minute: Der vielumjubelte 1:1-Ausgleich. Benjamin Steinwendtner mit dem hohen Ball aus der eigenen Hälfte. Melks Defensive fehlt die Zuordnung, sodass Denis Lacic dem Keeper völlig freistehend die „Höchststrafe“ erteilen kann und die Kugel durch seine Beine über die Torlinie befördert.

92. Minute: Florian Leimhofer setzt seinen Abschluss hauchdünn am linken Pfosten vorbei.

93. Minute: Beinahe hätte unsere Nummer 18 wieder zugeschlagen und die Partie völlig gedreht, doch nach einem Freistoß Benjamin Steinwendtners fehlen ihm nur wenige Millimeter zum Abschluss per Kopf.

So endet die heutige Auflage des Duells der beiden Stiftsstädte mit einem 1:1-Remis.

Manuels Fazit: Das „Phrasenschwein“ wird schon am ersten Spieltag befüllt – „Wer die Tore nicht schießt, bekommt sie“. So oder so ähnlich erzählt sich die „Melker Leidensgeschichte vom verlorenen Sieg“. Aus blau-weißer Sicht haben unsere Burschen einen tollen Auftritt im kämpferischen Segment hingelegt. Wenngleich es im spielerischen Part noch Feinheiten zu justieren gibt und Glücksgöttin Fortuna unserem Team hold war, verloren unsere Akteure heute nie ihren Mut, Willen und Glauben, zeigten vollsten Einsatz bis zur letzten Sekunden und belohnten sich schlussendlich mit einem verdienten Punkt und einem geglückten Saisonauftakt.

Bravo, Burschen!




von Manuel Figl, 18.08.2019