SC Herzogenburg - ASV Schrems 2:0 (1:0)

U 23: 0:3 (0:1)

Erstmals entfaltet die Partie der U 23-Teams ihr Blütenkleid, als ein Schremser das Leder mit viel Drall auf die linke Innenstange zirkelt, von wo sich das Runde seinen Weg ins Eckige bahnt. Wenige Momente später finden unsere Burschen eine "Dreifach-Chance" vor, während dieser zweimal der Keeper pariert, ehe den dritten Versuch ein Verteidiger blockt. Nach dem Seitenwechsel erhöhen die Gäste rasch auf 0:2. Ein Ausschluss macht es unserer Mannschaft, die zwar bemüht agiert, jedoch offensiv glücklos bleibt, nicht unbedingt leichter. So stellen die Waldviertler den Endstand kurz vor Abpfiff her.

KM: Dietl; Mühlbacher, Steinwendtner, Lacic; Leimhofer, Pejic, Harauer (74. Fürst F.), Heiderer (89. Isik S.), Pikulik; Eggenfellner (80. Brcak), Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".

Die Vereinsleitung bedankt sich recht herzlich bei der Spenglerei Rainer Kotrnec GmbH aus Karlstetten für die Übernahme der Patronanz. Geschäftsführer Rainer Kotrnec führte den Ankick durch.


Einer Nacht voller exzessiver und ausschweifender Feierei folgt zumeist der unbeliebte Part der Ausnüchterung in all ihren Facetten. Ernüchterung sorgt hingegen beim designierten Meister aus Schrems für pochende Schläfen, werden ihre „Zutaten“ eines erfolgreichen Gastspieles doch von unserer Elf am heutigen Tage alsbald in eine hochätzende Kombination aus eiserner Disziplin in der Defensive, prickelnder Aggressivität im Mittelfeld-Zweikampf sowie  Eiseskälte bei der Verwertung hundertprozentiger Einschussmöglichkeiten an vorderster Front getunkt.

3. Minute: Benjamin Steinwendtner schickt Norbert Jankto am rechten Flügel auf Reisen. Unsere Nummer 9 setzt sich in seiner unnachahmlichen Manier gegen seinen Kontrahenten durch, ehe er das Leder  knapp vor der Toroutlinie ins Zentrum befördert. Dort findet es die Füße Ivan Pikuliks, welche die Kugel auf flachem Wege zum raschen 1:0 in die Maschen jagen.

6. Minute: Ein Abschluss von Florian Heiderer blockt ein Schremser zu Miso Pejic, welcher dem Goalie aus rund 10 Metern nicht den Hauch einer Abwehrchance lässt. Zum Leidwesen unserer Farben allerdings aus einer strafbaren Abseitsposition, sodass die Partie mit einem Abschlag des Gäste-Keepers fortgesetzt wird.

15. Minute: Sämtliche Augenpaare sind auf unseren Kapitän gerichtet. Nach einem Corner samt Gestocher befördert ein Schremser den Ball mit Tempo aus äußerst kurzer Distanz auf unser Gehäuse. Ein sensationeller Reflex Reinhard Dietls bewahrt unser Team vor dem Ausgleich. Wenig später muss unser Schlussmann seine Fähigkeiten (vorerst) nicht mehr abrufen, als der Stoßstürmer eine Flanke über die Querlatte wuchtet.

27. Minute: Ein weiter Abschlag des Waldviertler Tormannes „verschafft“ Reinhard Dietl eine deftige Portion an Arbeit. Per Verlängerung per Kopf gelangt die Kugel in den Lauf eines Offensiv-Akteurs, der das Runde so richtig ins Eckige hämmern will. Grundsätzlich keine absurde Idee, deren Umsetzung wohl geklappt hätte, wenn nicht unsere Nummer 1 zwischen den Pfosten gestanden wäre. Mit seinen Fingerspitzen dreht er das Leder auf die horizontale Verstrebung der Aluminiumkonstruktion.

31. Minute: Mit einem einzigen Trick lässt Ivan Pikulik zwei Granitstädter an der Seitenoutlinie aussteigen, ehe das Runde über Norbert Jankto und Tobias Eggenfellner zu Miso Pejic gelangt, während dessen Schussbewegung es sich leicht verspringt, sodass nicht über einen Treffer von der Strafraumgrenze gejubelt werden kann.

37. Minute: Durch den Einsatz beider Arme verschafft sich ein Schremser Lufthoheit und wuchtet das Leder an die rechte Stange. Korrekterweise war die Begegnung zu diesem Zeitpunkt ob eines Stürmerfouls bereits unterbrochen.

38. Minute: Nun wäre alles regelkonform gewesen, als der selbige Sportskamerad der Gäste die Kugel abermals in Richtung unseres Kastens köpft. Der mitgereiste Anhängerschaft sollte der Freudenschrei in der Kehle stecken bleiben, als Reinhard Dietl das Geschoss sensationell mit seinem rechten Fuß am Überschreiten des weißen Kreidestriches hindert.

45. Minute: Einen Freistoß aus halbrechter Position setzt der Schremser Schütze weit am eigentlichen Ziel vorbei.

Unter den Nachwirkungen der Ausführung dieses „ruhenden Balles“ will sich so mancher Schremser Anhänger wohl sprichwörtlich in seine beiden Wangen zwicken, um aus diesem „Albtraum“ samt Halbzeitstand von 1:0 aufzuwachen. Nichts ahnend, dass dieser „Horror“ seine Fortsetzung in Durchgang 2 findet.

49.-50. Minute: Mit einem ideal getimten Tackling blockt Florian Heiderer eine Flanke. Der folgende Corner mündet über Umwege bei Tobias Eggenfellner, welcher Norbert Jankto zentimetergenau bedient. Einmal mehr entledigt sich unser Goalgetter seines Bewachers im Vollsprint und zieht von der linken Außenbahn in des Gegners Sechzehner. Eiskalt lässt er dem Keeper keine Chance und versenkt das Leder zum 2:0 im langen Eck.

63. Minute: Ein Pfiff hallt durch die Lüfte. Die Granitstädter bekommen einen Freistoß zugesprochen. Diesen zirkelt der Schütze in unsere Gefahrenzone, wo Benjamin Steinwendtner den Ball mit all seiner Routine klärt.

65.-67. Minute: Zu wenig „Zielwasser“ dürfte der Torschützenkönig der heurigen Saison vor der Partie konsumiert haben, jagt er doch zwei Freistöße aus nicht so schlechter Position fast schon fahrlässig ins Fangnetz.

73. Minute: Weitaus besser hat Schrems´ linker Flügel sein Visier eingestellt, bedarf es doch abermals einer Glanztat unseres Kapitäns, welcher den Abschluss aus spitzem Winkel zum Corner abwehrt.

82. Minute: In den Schlussminuten probieren es die Waldviertler vermehrt mit hohen Bällen von der Seite. Ohne Erfolg. Bei der eben gezeigten Variante muss sich unsere Nummer 1 nicht mal ansatzweise strecken, um sie vom Himmel zu pflücken.

87. Minute: Beinahe wäre das Publikum Zeuge eines (möglichen) weiteren Treffers unserer Nummer 10 geworden, doch Norbert Janktos Zuspiel „in die Gasse“ wird im letzten Moment vom rechten Fuß eines Verteidigers in die entgegengesetzte Richtung abgelenkt.

Sei´s drum. Nach 93 Minuten beendet der Schiedsrichter den heutigen Arbeitstag aller Akteure und unsere Elf darf diesen 2:0-Heimsieg gebührend mit unseren Anhängern zelebrieren.

Manuels Fazit: Unsere Burschen haben die zuckersüße Euphorie des frisch gebackenen Meisters mit einer ordentlichen Prise Salz vermengt. Der temporeiche Beginn und das konsequente Auftreten in Belangen der Aggressivität schien den Waldviertlern nicht nur eine Schweißperle auf die Stirn zu zaubern. Ebenso aus den Poren schoss diese körpereigene Flüssigkeit bei den Glanzparaden Reinhard Dietls und bei der Kaltschnäuzigkeit unserer Offensiv-Abteilung, welche die beiden Treffer zu den „richtigen Zeitpunkten“ markierte. Summa summarum ein verdienter Sieg dank eines kollektiv starken Auftrittes. Bravo, Burschen!




von Manuel Figl, 01.06.2019