SC Herzogenburg - SC Melk 0:4 (0:0)

U 23: 3:1 (1:0) Tore: Harauer, 2x Palani

Mit viel Leidenschaft startet unsere U 23 in diese Begegnung. Diese Agilität macht sich beinahe prompt bezahlt, doch Melks Keeper kratzt Nufel Akdemirs Abschluss aus dem Eck. Während unsere Burschen weiterhin offensiv gefährlich bleiben und bei Bernhard Hofbauers Lattenkopfball Pech haben, kommen die Gäste lediglich einmal gefährlich vor unseren Kasten. Hierbei streicht das Leder hauchdünn an der rechten Stange vorbei. Kurz vor dem Pausenpfiff tritt Benjamin Steinwendtner einen Freistoß, desssen Folgeerscheinung - ein Abstauber von Nico Harauer für die vielumjubelte Führung sorgen wird. Zu Beginn des zweiten Durchgangs pariert Samuel Ziselsberger stark, ehe er einen "ruhenden Ball" schnell in die Sturmspitze schlägt. Dilshad Palani enteilt der überraschten Defensive und lupft das Leder sehenswert über den Keeper ins Gehäuse. Ein abgefälschter Abschluss des Ebengenannten sorgt für den dritten Treffer unserer U 23. Mit einem Volley-Tor verringern die Gäste den Abstand auf zwei Tore. Das große Wunder bleibt jedoch aus, da Samuel Ziselsberger mehrmals eine starke Abwehr zeigt und zudem die Querlatte einen Anschlusstreffer verhindert. Bravo, Burschen!

KM: Dietl; Mühlbacher, Fallmann, Leimhofer; Brcak, Pejic (85. Harauer), Fürst F. (63. Isik S.), Heiderer, Pikulik; Eggenfellner, Jankto

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".

Die Vereinsleitung bedankt sich recht herzlich bei der Raiffeisen Lagerhaus Technik Center GmbH & Co KG aus Herzogenburg für die Übernahme der Patronanz.


Da erblassen vor Neid sogar die glamourösen Paparazzi des Wiener Opernballs. Zwei ehemalige Profi-Kicker duellieren sich am heutigen Nachmittag am grünen Rasen der Schweissfuzzy-Arena. So begehrte Fotomotive die beiden darstellen, so wenige Lichtbild-Aufnahmen werden wohl von nervenaufreibenden Strafraumszenen im ersten Abschnitt existieren. Schlichtweg einfach deswegen, weil kaum welche stattgefunden haben.

6. Minute: Florian Heiderer setzt sich am linken Flügel durch und jagt das Leder ins Zentrum. Am kurzen Pfosten verhindert das rechte Bein eines Melker Verteidigers einen möglichen Treffer Tobias Eggenfellners.

8. Minute: Eiskalt lässt Norbert Jankto drei Verteidiger in deren Hälfte aussteigen, ehe der Lochpass auf Ivan Pikulik um den Tick zu steil ausfällt. Die Partie wird mit einem Ausschuss des Keepers fortgesetzt.

14. Minute: Einen Einwurf Markus Mühlbachers verlängert Tobias Eggenfellner per Kopf auf Ivan Pikulik, dessen rechter Fuß das Leder an der Sechzehner-Grenze nicht ideal zu treffen vermag. Wäre wohl brenzlig für den Melker Keeper geworden.

15. Minute: Ihren ersten Versuch setzen die Wachauer doch relativ deutlich an unserem Gehäuse vorbei.

21. Minute: Der linke Flügel der Gäste tankt sich in unseren Strafraum durch. Seine Ambitionen eines Führungstreffers werden prompt von Jochen Fallmann, dessen perfekt getimtes Tackling von all seinen Fähigkeiten und seiner Routine zeugt, zerschlagen.

23. Minute: Nun ermöglicht eine exzellente Ballannahme dem linken Außenspieler, Zug auf Reinhard Dietls Arbeitsplatz aufzunehmen. Bis zur Toroutlinie tankt er sich durch, ehe er Zeuge eines geblockten Schussversuches seines Kollegen im Rückraum wird.

26. Minute: Und plötzlich steht ein Melker allein vor Reinhard Dietl. Aus spitzem Winkel drischt er das Runde mit ordentlichem Karacho aufs lange Eck. Der Jubelschrei der mitgereisten Anhängerschaft verstummt auf deren Lippen, als unser Keeper das Geschoss dank eines blitzartigen Reflexes mit seiner rechten Hand vor dem Überschreiten der Torlinie bewahren kann.

28. Minute: Eine halbhohe Flanke von Florian Heiderer fischt Melks Schlussmann vor Tobias Eggenfellner aus der Luft.

35. Minute: Weiter Ball auf die Sturmspitze. Der Sportskamerad tankt sich bis zur Grundlinie durch, um die Kugel auf dem Luftwege in die Mitte zu befördern. Dort verfehlt sie die Stirn eines Gäste-Akteurs hauchzart. Momente später versetzt das Spielgerät das Außennetz in Schwingung.

39. Minute: Die Wachauer bekommen einen Freistoß in halbrechter Position zugesprochen. Der Schütze zirkelt das Leder in die Menschentraube, wo es Reinhard Dietl mit seinen beiden Fausten aus der Gefahrenzone befördern kann.

Bis zum Pausenpfiff sorgt lediglich der Abschuss und der damit verbundene Flüssigkeitsfluss der Getränke über die Kleidungsstücke zweier sich auf der Tribüne befindlichen Zuseherinnen für ein wenig Unterhaltung.

Logisches Halbzeitresultat: 0:0. Während der eine Fan die Zwischenstände der deutschen Bundesliga abruft, ergötzt sich der andere an den Schlägen des österreichischen Tennis-Stars Dominic Thiem. Nichts ahnend, dass sich der Unterhaltungswert dieser Partie in Durchgang 2 um ein Vielfaches steigern sollte. Sofern man Anhänger der Gästemannschaft ist.

48. Minute: Ein Melker dribbelt sich durch unseren Strafraum, ehe er das Leder in hohem Bogen von der Toroutlinie an die zweite Stange befördert, wo sein Mannschaftskamerad das Runde seelenruhig und völlig unbedrängt zum 0:1 ins Runde bugsieren kann.

51.-52. Minute: Nach einem Freistoß Jochen Fallmanns setzt Florian Heiderer entscheidend nach und holt somit einen Eckball für unser Team heraus. Dieser führt zu einer Wiederholung von der anderen Seite, bei dem Norbert Jankto das Leder aus Abseitsposition an die rechte Stange knallt. Den Gegenzug versehen die Melker mit äußerster Schnelligkeit und Präzision, erledigt der linke Außenbahnspieler doch seine Vorarbeit für seinen Kollegen im Zentrum, der den Ball aus rund 20 Metern platziert zum 0:2 in die Maschen jagt.

59. Minute: Ein Einwurf führt über 2 Station abermals auf die linke Seite, wo es ein Melker einfach mal halbvolley vom Sechzehner-Eck probiert. Dieses Risiko zahlt sich aus, zimmert er das Spielgerät auf halbhohem Wege ins kurze Eck. Neuer Spielstand: 0:3.

63. Minute: Die Gäste erhöhen auf 0:4. Nach einem Ballverlust unseres Teams in der gegnerischen Hälfte scheint die Endstation eines Konters in unserem Strafraum zu liegen, doch der Wachauer Angreifer bleibt lästig und erobert die Kugel zurück. Er fackelt nicht lange und zieht sofort ab. Leicht abgefälscht kann Reinhard Dietl noch parieren, ehe der Abstauber aus kurzer Distanz die mitgereisten Fans abermals in Ekstase versetzten lässt.

66. Minute: Jochen Fallmann schickt Norbert Jankto. Dessen Schussversuch wird über die Toroutlinie geblockt. Der folgende Corner landet auf der Stirn von Tobias Eggenfellner, der die Kugel wuchtig aufs Gehäuse köpft. Der Keeper dreht den Ball über die Querlatte.

71. Minute: Wiederum servieren die Melker eine schnörkellose Angriffssequenz, welche sie mit einem Treffer abschließen sollten. Dieser wird zum Leidwesen des Schützens nicht anerkannt, da er sich zum Zeitpunkt des Zuspiels im Abseits befunden hat.

75. Minute: Nun muss sich unser Keeper bei einem Freistoß der Gäste gehörig strecken, um die Kugel über die Querverstrebung des Aluminiumkonstruktes zu befördern. Die anschließende Ecke dient lediglich Statistik-Zwecken.

84. Minute: Ein Abschlag unseres Kapitäns wird auf Ivan Pikulik verlängert, dessen Schuss knapp an der linken Stange vorbeistreicht.

Pünktlich nach 90 Minuten beendet das Schiedsrichter-Gespann die heutige Begegnung und besiegelt die 0:4-Heimpleite.

Manuels Fazit: Wie eine völlig missglückte Eröffnungs-Choreographie am bedeutsamsten gesellschaftlichen Ball der Welt wird sich diese Partie in die Geschichtsbücher des runden Leders einbrennen. Weder unbändiger Wille noch letzte Aggressivität konnte unsere Elf abrufen, um die Melker „Löwen“ zu zähmen. Durch die fehlende Leidenschaft in den Zweikämpfen und einem folglich geordneten Spielaufbau gelang es unserer Offensive heute nicht, ihr Gefahrenpotenzial zu versprühen. Im Kontrast zur Melker Angriffsabteilung, deren schnörkelloses Kombinationsspiel unsere Defensive immer wieder vor größere Aufgaben stellte. Summa summarum waren die Gäste das aktivere Team und durften sich zum verdienten Sieger im heutigen Duell der beiden Stiftsstädte küren.




von Manuel Figl, 11.05.2019