SC Wieselburg - SC Herzogenburg 1:0 (1:0)

U 23: 5:2 (2:0) Tore: Gligorevic, Isik

Nach rund 10 Spielminuten findet unsere U 23 ihre erste hochprozentige Einschussmöglichkeit vor, als Hanan Isso einen "Abstauber" knapp neben die linke Stange setzt. Durch eine falsche Out-Entscheidung kommen die Hausherren etwas glücklich zu ihrem ersten Treffer. Danach wird unser Team im Angriffsspiel etwas aktiver, die Tore sollten jedoch die Wieselburger markieren. So das 2:0, das aus einem Missverständnis unserer Abwehr mit Keeper Samuel Ziselsberger resultiert. Kurz vor der Pause wird der Ort eines Foulvergehens falsch lokalisiert und so muss sich unsere U 23 mit einem Freistoß statt eines Elfmeters begnügen. Nach dem sehenswerten 3:0 kann Slavko Gligorevic verkürzen, ehe die Hausherren den 3 Tore-Polster wiederherstellen. Auch Samet Isiks neuerliche Verkürzung auf 4:2 verhilft unserer U 23 zu keinem Punktgewinn am heutigen Abend.

KM: Dietl; Mühlbacher, Steinwendtner, Lacic, Ersoy (76. Heiderer); Brcak, Leimhofer, Pejic (58. Fürst F.), Pikulik; Eggenfellner, Jankto 

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".


Jedes Mal ein ganz eigener Flair im Stadion zu Wieselburg. Die Türme der nahegelegenen Produktionsstätte der großen Traditionsbrauerei lassen die Konzentration an  körpereigenen Speichelsäfte im Mund exponentiell steigen und das geistige Verlangen nach einem kühlen, mit Schaumkrone versehenen isotonischen Gerstensaft beinahe explodieren. In der absoluten Frühphase der heutigen Begegnung kann man ruhig für „Nachschub“ auf dem Gaumen sorgen, benötigen doch die 22 Akteure eine gute Viertelstunde, um ihre optimale „Betriebstemperatur“ zu erreichen.

3. Minute: Nach einer Flanke vom rechten Flügel setzt ein Wieselburger zum Kopfball an. Ob dieser Abschluss, der gefühlte 10 Meter neben dem angepeilten Ziel über die Toroutlinie segelt, als „erster Torschuss“ zu werten ist, überlassen wir lieber den Kollegen aus der Statistik-Abteilung.

11. Minute: Hakan Ersoy wird unsanft von den Beinen geholt. Den resultierenden Freistoß zirkelt Ivan Pikulik in des Gegners Strafraum, wo ihn ein Verteidiger mit seiner Stirn entschärft.

12. Minute: Ein Schnitzer im Mittelfeld eröffnet den Braustädtern die Option eines schnellen Gegenangriffes. Der Sportskamerad auf der rechten Außenbahn bedankt sich beim Passgeber mit einem temporeichen Antritt, welchen er mit einem Stanglpass krönen wird. Da kein jamaikanischer Sprint-Superstar seine Brötchen beim Gastgeber verdient, durchquert die Kugel unseren Strafraum ohne eine Richtungsänderung und kullert in Richtung der seitlichen Spielfeldbegrenzung.

14. Minute: Norbert Jankto haut einfach mal aus rund 20 Metern drauf. Der Keeper muss sich gehörig strecken, um sein Team vor dem Rückstand zu bewahren.

19. Minute: Ein Einwurf der Wieselburger mutiert zur unmittelbaren Vorgeschichte für unsere nächste Offensiv-Aktion. Der Balleroberung folgt ein Zuspiel samt Sprint Norbert Janktos in des Gegners Sechzehner. Dort folgt ein leichter Körperkontakt mit dem Gegenspieler, dessen Intensität wohl zu wenig für einen Strafstoß gewesen sein wird.

21. Minute: „Tausend Gulden“ zählt die Wertigkeit des Schusses eines Wieselburgers, welcher – nach Vorarbeit und Querpass des linken Flügelflitzers – das Leder von der Strafraumgrenze maßgenau zum 1:0 ins rechte Kreuzeck jagt.

25. Minute: Die Heimischen treten einen Freistoß. Im nachfolgenden Konterangriff zeigt Norbert Jankto einmal mehr seine läuferischen Qualitäten und dringt bis zum Keeper vor, der seinerseits unseren Goalgetter geschickt abdrängt und ihm somit den direkten Abschluss verwehrt. Der anschließende Drehschuss streicht über die Querlatte.

28. Minute: Der Torschütze des bislang einzigen Treffers probiert es erneut aus ähnlicher Position. Für diesen Abschluss sind nur mehr „500 Gulden“ zu bezahlen, segelt das Geschoss doch ins Fangnetz.

30. Minute: Ein Eckball Ivan Pikuliks landet bei Markus Mühlbacher, der den Ball mit viel Schmackes aufs heimische Gehäuse drischt. Irgendwie kann der Goalie seine Arme noch aktivieren und sorgt mit seiner Heldentat für frenetischen Jubel auf der Tribüne.

33. Minute: Nach einem halbhohen Pass von Markus Mühlbacher kann sich Tobias Eggenfellner entscheidend von seinem Bewacher lösen, um sich das Runde auf seinen linken Fuß zu legen. Den möglichen „Einschlag“ im Eckigen verhindert der Körper eines Braustädters.

40. Minute: Ivan Pikulik fängt einen katastrophalen Querpass des Gastgebers ab und bedient Norbert Jankto, dessen Stanglpass von der Toroutlinie keinen unserer Akteure findet.

Somit begeht man die Halbzeitpause beim Stand von 1:0. Als die feierliche Zeremonie für die erfolgreichen heimischen Jungkicker ihr Ende gefunden hat, dürfen die Erwachsenen wieder ihr – in der Kindheit erworbenes und weiterentwickeltes – Können auf das nasse Grün des Wieselburger Stadions zaubern.

49. Minute: Nach 4 Kopfballduellen in Folge verleiht Tobias Eggenfellner dieser Sportart wieder ihren Grundgedanken und hämmert das Spielgerät mit dem Fuß auf den Kasten. Der Goalie zeigt sich aufmerksam und begräbt das Leder unter sich.

57. Minute: Andrej Brcak sieht Denis Lacic, der sich im Rücken seines Bewachers gelöst hat, und bedient ihn mustergültig. Unser Abwehr-Hüne führt den Ball bis zur Grundlinie, ehe er ihn auf Reisen zum Elferpunkt schickt. Dort lauert jedoch kein geeigneter Abnehmer.

69. Minute: Das erste – und nicht das letzte – Mal am heutigen Abend erzittert die Aluminiumkonstruktion. Ein Eckball unseres Teams wird mit dem Hinterkopf an die Querlatte verlängert, von wo das Spielgerät seinen Weg zu Norbert Jankto findet, dessen Schuss aus halbrechter Situation gerade noch so geblockt werden kann. Ebenso wie Ivan Pikuliks Versuch aus zentraler Position wenige Momente später.

75. Minute: Unsere Elf erarbeitet sich einen Freistoß. Aus rund 25 Metern zirkelt Florian Leimhofer die Kugel gefühlvoll über die Mauer, um Sekundenbruchteile später das dumpfe und ernüchternde Geräusch der wackelnden Querlatte zu vernehmen. Den folgenden Distanzschuss Benjamin Steinwendtner hätte wohl nur mehr das Tornetz stoppen können, wäre da nicht wieder der Keeper mit seinen Armen gewesen.

81. Minute: Die Wieselburger lassen Reinhard Dietl abtauchen. Unser Kapitän kann den Schuss parieren, ehe auch er auch den halbherzig ausgeführten „Abstauber“ aus kurzer Distanz bändigt.

86. Minute: Nach einem vermeintlichen Foul an Norbert Jankto schalten die Braustädter mit einem hohen Pass in die Sturmspitze schnell um. Der Angreifer setzt sich im Zweikampf durch und legt auf seinen heranbrausenden Offensiv-Partner quer, welcher – bedrängt und im Rutschen – das Leder nur noch suboptimal verarbeiten kann und es neben den Kasten setzt.

Da unserem Team ein „Lucky Punch“ verwehrt bleiben sollte, muss es die Heimreise mit einer 1:0-Niederlage antreten.

Manuels Fazit: Wenngleich es das Ergebnis nicht unbedingt vermuten lässt, hat die Beobachtung der heutigen Partie doch wieder eine große Freude bereitet. Vor allem im kämpferischen Segment zeigte sich unsere Elf stark verbessert. Einsatzbereitschaft und Leidenschaft waren ebenso wie der unbedingte Wille des Gewinns eines Zweikampfes wieder da. Auch spielerisch durchlebte man eine Metamorphose, deren Ergebnis sich zwar nicht in finessenreichen Spielzügen, jedoch sehr wohl in der über die gesamte Partie tonangebenden Mannschaft manifestierte. Dass die kreierten Einschussmöglichkeiten nicht in Treffer umgemünzt werden konnten, lässt sich nicht immer mit einer irdischen These belegen. So auch heute nicht, als der Fußball-Gott und Glücksgöttin Fortuna einfach den Fanschal der Wieselburger trugen.

Nichtsdestotrotz können unsere Burschen viele positive Aspekte aus der Braustadt mit nach Hause nehmen und werden daraus  ein köstliches „Getränk“, welches sicherlich auch den beiden vorhin genannten „Herrschaften“ schmecken wird, brauen. 




von Manuel Figl, 06.04.2019