SC Amaliendorf - SC Herzogenburg 2:1 (2:0)

U 23: 0:9 (0:5) Tore: 2x Simon, 2x Kraus, 2x Isik S., Isik D., Akdemir N., Leithner

Schon nach 2 Minuten läutete Marco Simon den Trefferreigen ein. Nach einer fulminanten ersten Halbzeit gewährten unsere Akteure der heimischen U 23 nur eine kurze Verschaufpause zu Beginn des zweiten Abschnittes, um schlussendlich einen grandiosen Kantersieg zu finalisieren. Bravo, Burschen!

KM: Dietl; Heiderer, Kocbay, Steinwendtner, Weixlbaum (78. Harauer); Zivkovic, Mohamed, Takeuchi, Miyakoshi (60. Weizmann); Cazinkic (60. Sima), Yikilmaz
Ziselsberger, Simon, Fürst E.

Spielbericht der KM - wie gewohnt - unter "weiter zum ganzen Eintrag".


Lang – ein unscheinbares Wort mit 4 Buchstaben betritt heute die ganz große „Bühne“. Die längste Anreise im Jahr führt durch kurz vor dem Ziel durch die „Langestraße“ von Amaliendorf, ehe man die ortsansässige Sportanlage erblickt. Auch auf dem Spielfeld zeigt sich das erwähnte Adjektiv äußerst motiviert und findet in den Begriffen „langer Pfosten“ und „langes Eck“ seine historisch bedeutende Erwähnung.

2. Minute: Die Gastgeber erobern den Ball im Mittelfeld und gelangen mit 2 Pässen in unseren Strafraum. Dort folgt der erste Abschluss am heutigen Nachmittag. Dieser fällt zu zentral und schwach aus.

3. Minute: Haci Kocbay schlägt das Leder ins Angriffsdrittel. Mit seinem Körper blockt Samet Yikilmaz geschickt einen heimischen Sportskameraden . Während dieser vergebens ein Foulspiel moniert, schnappt sich Florian Heiderer die Kugel, um per Doppelpass mit unserer Nummer 14 in des Gegners Box einzudringen. Leicht abgefälscht begräbt der Keeper das Leder schlussendlich unter sich.

9. Minute: Mit Schnitt tritt Nikica Zivkovic einen Eckball. In der Mitte setzt sich Keita Miyakoshi im Luftduell durch und setzt das Runde knapp neben das Eckige.

11. Minute: Einen Stanglpass Florian Heiderers kann der heimische Schlussmann lediglich prallen lassen. Bedanken darf er sich bei einem seiner Vordermänner, der äußerst reaktionsschnell handelt und Keita Miyakoshi den Ball vom Fuß spitzelt, ehe unsere Nummer 17 abschließen kann.

12. Minute :Die Waldviertler erarbeiten sich eine Eck. Diese zirkelt der Schütze an den langen Pfosten. Dort lauern 2 seiner Mannschaftskameraden. Völlig freistehend hätten sie sich wahrscheinlich nur gegenseitig an der Vollendung hindern können, hätte Reinhard Dietls Hand die Flugkurve der Kugel nicht noch entscheidend verändert.

15. Minute: Ins Offensiv-Geschehen schaltet sich Haci Kocbay ein. 30 Meter vor dem gegnerischen Kasten spielt er den Lochpass auf Keita Miyakoshi, der sich seines Bewachers entledigt und nur noch den Goalie vor sich hat. Als er zum Schuss ansetzt, rauscht ein wagemutiger Verteidiger von links heran und sorgt für ein hörbares Aufatmen bei der eigenen Anhängerschaft, als das Leder die Toroutlinie überschreitet.

26. Minute: Während alle ihre Blicke auf einen Zweikampf mit Zejd Cazinkic an der Eckfahne gerichtet haben, hallt ein Pfiff über die Amaliendorfer Sportanlage. Keita Miyakoshi windet sich am Boden. Ein in rot gekleideter Sportskamerad beteuert seine Unschuld. Wobei sportlich faires Verhalten anders deklariert ist, als seinem Gegenspieler den Ellbogen ins Gesicht zu rammen. Der Schiedsrichter entscheidet auf Freistoß für unser Team, jedoch wird der Übeltäter – zur großen Verwunderung -  nicht vorzeitig unter die Dusche geschickt, sondern erhält lediglich die gelbe Karte präsentiert. Selbst ohne blau-weiße Brille ist diese Entscheidung nicht nachzuvollziehen.

30. Minute: Ein Amaliendorfer Offensiv-Mann luchst Abdifataah Mohamed das Spielgerät ab und stürmt folglich alleine auf Reinhard Dietls Gehäuse. Er schlägt den Haken nach außen, ehe er unter großem Raunen den Ball lediglich ins Außennetz bugsiert.

33. Minute: Der Gastgeber mit der hohen Spielverlagerung auf den rechten Flügel. Dieser überwindet David Weixlbaum, um anschließend sein Glück im Abschluss zu suchen. Reinhard Dietl pariert an den langen Pfosten, wo ein Amaliendorfer mutterseelenallein zum 1:0 aus kurzer Distanz abstaubt.

39. Minute: Benjamin Steinwendtner schlägt einen Freistoß an den Elfmeterpunkt. Samet Yikilmaz bringt nicht mehr genügend Druck hinter das Flugobjekt und so segelt es über die Querlatte.

44. Minute: Die Waldviertler erhöhen auf 2:0. Rasch ausgeführt mutiert ein ruhender Ball zum Vorspiel des zweiten Treffers. Im rechten Teil unseres Strafraumes nutzt ein Heimischer den Raum für einen Querpass auf die gegenüberlegende Seite. Dort löst sich ein Akteur im richtigen Moment, steht abermals mutterseelenallein am langen Pfosten, jagt das Leder unter die Querlatte und feiert ausgiebig seinen Doppelpack.

Symbolisch für den bisherigen Verlauf schiebt sich nun eine pechschwarze Wolke vor den „glühenden Planeten“ und durchkreuzt somit die Pläne mancher Zuschauer, sich an den spätherbstlichen, wärmenden Strahlen während des 2:0-Pausenstandes zu ergötzen.

52. Minute: Wiederum steht der lange Pfosten im Blickpunkt. Im Zuge eines Eckballes der Heimischen versucht sich dort ein Akteur im direkten Abschluss. Weit weg von perfekt segelt dieser ins Fangnetz.

57. Minute: Unser Elf verkürzt auf 2:1. Abdifataah Mohamed zirkelt einen Freistoß vom linken Sechzehnereck ins Zentrum. Dort steigt Samet Yikilmaz am höchsten und verlängert es per Hinterkopf ins lange Eck.

63. Minute: Einen kapitalen Schnitzer im Spielaufbau bügelt Abdifataah Mohamed durch ein Rettung in höchster Not vor dem einschussbereiten Stürmer aus.

64. Minute: Per Körperdrehung will sich Yujin Takeuchi seines Bewachers entledigen und einen Sprint auf der linken Außenbahn mit dem Ball am Fuß zünden. Ganz so leicht gibt sich der Heimische jedoch nicht geschlagen und greift unserer Nummer 20 an die Gurgel. Richtig, an den Hals. Ebenso nicht vertippt hat sich der Verfasser dieser Zeilen beim Farbton der nachfolgenden gelben Karte. Nein, nicht rot, sondern nur gelb. Unfassbar!

71. Minute: Florian Heiderer zündet seinen Turbo und beendet seinen Sprint mit einem Abschluss aus spitzem Winkel, den der Keeper entschärfen kann.

77. Minute: Ein Abschlag unserer Verteidigung misslingt komplett und landet so direkt vor den Füßen des heimischen Angreifers. Dieser lässt sich Chance nicht entgehen und nutzt den freien Raum für ein Dribbling in den Sechzehner. Unser Kapitän kommt entschlossen aus dem Kasten und verhindert so die wohl endgültige Entscheidung.

84. Minute: Ferdinand Sima lässt sehenswert 2 Kontrahenten aussteigen, ehe er Michael Weizmann am rechten Flügel schickt. Dieser dringt in den Strafraum ein und jagt das Leder flach hauchdünn am langen Eck vorbei.

90. Minute: In der Schlussphase wirft unsere Elf alles nach vorne. Benjamin Steinwendtner bildet die Absicherung als letzter Mann. Die Heimischen „putzen“ aus und schlagen das Leder hoch in unsere Hälfte. Während der Bll auf dem grünen Rasen aufspringt, entledigt sich auch unsere Nummer 5 der Schwerkraft und segelt ihm entgegen. Hierbei trifft er natürlich auch den Rücken seines Gegenspielers, der zu Boden sinkt. Ganz objektiv betrachtet kann man hier auf Freistoß entscheiden, aber der Griff zur roten Karte hätte es definitiv nicht gebraucht. Zumal der Amaliendorfer die Kugel definitiv nicht unter Kontrolle hatte, um allein auf unser Gehäuse zu stürmen und somit der Tatbestand der „Verhinderung einer Torchance“ nicht gegeben ist. Zusätzlich drängt sich die Frage auf, warum die beiden Tätlichkeiten an unseren Spielern nicht mit der „richtigen“ Farbe bestraft wurde.

Als der Schlusspfiff die 2:1-Niederlage besiegelt, sollte noch lange nicht Feierabend sein. Rudelbildung auf dem Spielfeld. Rote Karte für Samet Yikilmaz. Wortgefechte auf dem Weg in die Katakomben. Kurz vor der Eskalation beruhigen sich die Gemüter der Beteiligten glücklicherweise wieder und alle schreiten von dannen.

Manuels Fazit: Lange Rede, kurzer Sinn. Unsere Elf beraubte sich durch zu viele leichtfertige Ballverluste ihrer Chance auf Punkte am heutigen Nachmittag. Zudem gelang es nicht, die Leidenschaft und Konsequenz der ersten 20 Minuten auf die gesamte Spielzeit auszudehnen. Es schien, als wäre der berühmte Schalter umgelegt worden, welcher folglich auch unsere Offensive ins Dunkle manövrierte. Zu wenig zwingende Einschussmöglichkeiten konnten geschaffen werden, während sich das Stellungsspiel im eigenen Abwehrverhalten nicht immer optimal gestaltete. So wurde beispielsweise der gegnerische Akteur am „langen Pfosten“ bei den beiden Gegentreffern sträflich vernachlässigt. Summa summarum war die gebotene Leistung zu wenig, um Punkte aus dem Waldviertel mitzunehmen.




von Manuel Figl, 06.11.2021